GLASURTECHNIKEN DER KERAMIK

ENGOBE


Die Glasur dient in der Keramik zur Veredlung von Steingut, Steinzeug oder Porzellan Werken. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Glasurtechniken. Beim Glasieren können die unterschiedlichsten Situationen auftreten, zu welchen das Keramiklexikon die richtigen Erklärungen und die nützlichsten Tipps liefert, damit die Keramik Glasur bei Ihnen einwandfrei abläuft.

GLASUR


Einen glasigen Überzug auf Keramik nennt man Glasur. Die natürliche Rauhigkeit des keramischen Scherbens wird beseitigt, die Oberfläche verdichtet und außerdem erweitern Glasuren die Gestaltungsmöglichkeiten. Da Glasur und Scherben chemisch verwandt sind, verbinden sie sich gut und haften unlösbar aneinander.

UNTERGLASURTECHNIK


Farbpulver wird mit Wasser angerührt und auf den geschrühten Tonscherben aufgebracht. Nach dem antrocknen überzieht man die Keramik mit einer farblosen Transparentglasur. Die Unterglasur liegt sozusagen unter einem späteren Glasurüberzug.

AUFGLASURTECHNIK


Aufglasurdekore benötigen speziell aufbereitete Glasuren und Farben für niedrige Brenntemperaturen, die auf eine bereits fertig gebrannte Trägerglasur aufgetragen und in einem dritten oder weiteren niedrigen Dekorbrand aufgeschmolzen werden. Bekannt ist diese Technik in der Porzellanmalerei, sowie bei Verzierungen mit Glanzgold, Silber- oder Platinlüster.

INGLASURTECHNIK


Die bekannteste Inglasurmalerei ist die Majolika. Hier wird auf eine am besten weiße, ungebrannte Glasur gemalt. Im Glasurbrand schmilzt das Dekor ein. Weitere bekannte Bezeichnungen sind „zinnglasierte Irdenware“, „Fayence“ oder „DelfterWare“.

ANFLUGTECHNIK


Typische Anflugglasuren sind Salz- und Sodaglasuren. Die Salz- oder Sodalösung wird beim Brennen dem Keramikofen bei hoher Temperatur zugeführt und verteilt sich durch die Hitze im Brennraum auf den keramischen Objekten. Beim Holzbrand entstehen durch umherfliegende Holzasche sehr interessante, wenn auch nicht steuerbare Anflugeffekte.

FARBKÖRPER


Farbkörper werden zum Einfärben von Glasuren und als Unterglasurfarben eingesetzt. Sie bestehen aus einer Mischung metallischer Oxide, Stabilisatoren und Füllstoffen und sind im Handel in vielen verschiedenen Farbnuancen erhältlich. Da die Farbkörper calciniert, d.h. vorgeglüht sind, halten sie hohen Temperaturen stand und behalten dadurch ihre leuchtenden Farben in der Glasurschmelze.

OXIDE


Eine chemische Verbindung mit Sauerstoff nennt man Oxid. In der Keramik werden Metalloxide verwendet, um den Schmelzpunkt einer Glasur oder das Sintern einer Tonmasse zu verändern. Färbende Oxide (z.B. Eisenoxid) werden sowohl zum Einfärben von Massen als auch zur Farbgestaltung einer Glasur verwendet. Krakelee Diese dekorative Rissnetzbildung in einer gebrannten Glasur entsteht durch Spannungsunterschiede zwischen Glasur und Keramischer Masse oder durch einen Temperaturschock.

KRIECHEN/ABROLLEN


Die Glasur zieht sich stark zusammen. Diese Glasurfehler entstehen u.U. weil die Scherbenoberfläche nicht genug mit Glasur benetzt wurde, die Ware zu feucht war oder zu schnell erhitzt wurde.

ABBLÄTTERN


Ist die Glasur auf dem keramischen Objekt zu dick aufgetragen, kann es zum Abblättern oder Absprengen des Überzugs führen.

SCHMELZEN


Die Schmelztemperatur einer Glasur ist abhängig von der Zusammensetzung der Rohstoffe. Auch die Tonmasse muss ausschmelzen, um einen dichten Scherben zu gewährleisten.

NADELSTRICH


Krater oder Nadelstiche sind Glasurfehler. Sie können durch eine Vielzahl von keramischen Problemen beim Brennen entstehen, wie z.B. kleine Lufteinschlüsse in der Masse oder in der Glasur, Glasurzusammensetzung. Die Viskosität der Glasur muss zeitlich verlängert werden, um Lufteinschlüssen die Möglichkeit zu geben, austreten zu können, bevor die Glasur erstarrt.

BLASENBILDUNG


Auch die Blasenbildung ist ein Glasurfehler, der durch Gas abspaltende Reaktionen während des Brennvorgangs auftritt. Während bei Temperaturen unter 1000°C vorwiegend kalk- bzw. dolomithaltige Glasuren oder Massen die Ursache der Blasenbildung sind, ist es bei höheren Temperaturen das Eisenoxid.